Die „Gewinnung von Gestaltungsspielräumen“ an der Universität Osnabrück ohne Kunstgeschichte und die Vorstellung,  „Szenarien zu entwickeln, nach denen kunsthistorische Expertise trotz der strukturellen Veränderung für die Region erhalten werden kann“ – das klingt nach Kurt Schwitters, dem Meister des Widerspruchs und Aberwitzes, weshalb wir ihn auf unserer Homepage mit einer berühmt gewordenen Sentenz, die gar nicht von ihm, sondern von Goethe stammt, zitieren.

So aber steht es in dem am 18. Januar 2018 gefassten Beschluss des Präsidiums der Universität Osnabrück.

Übersetzt heißt das: Kunstgeschichte kann in Osnabrück nur noch kurze Zeit studiert werden. Nur noch einmal, zum Wintersemester 2018/19, werden Studierende zum Bachelorstudium zugelassen. Die Aufnahme in den Masterstudiengang “Architektur und Kunst im kulturgeschichtlichen Kontext“ ist noch bis zum Wintersemester 2021/22 möglich. Die Betreuung der Kunstgeschichtsstudierenden wird mit „Auflösung der Lehreinheit Kunstgeschichte“, das heißt, mit kontinuierlich verringertem Personal bis zum Sommersemester 2024 garantiert.

Die sich in dieser Situation stellende Frage: „Ist die Aufnahme eines Bachelor- oder Master-Studiums der Kunstgeschichte in Osnabrück noch sinnvoll?", beantworten wir dennoch mit einem entschiedenen: „Ja“. Denn nach wie vor erhalten Studierende eine ebenso fundierte wie weit gefächerte theoretische Ausbildung, in der sie individuelle Schwerpunkte setzen können – von der Kunstgeschichte der Spätantike, des Mittelalters und der Frühen Neuzeit bis in die der Moderne und Gegenwart. Unter Leitung von Profis aus den zentralen kunstgeschichtlichen Praxisfeldern, von der Denkmalpflege bis zum Museums- und Ausstellungswesen, lernen sie in einer Vielzahl von Lehrveranstaltungsformaten den direkten Umgang mit Originalen vom Mittelalter bis zur aktuellen Gegenwart und können über das Fachliche hinausgehende Kompetenzen in anspruchsvollen, kooperativen Projekten mit Museen und anderen Institutionen entwickeln und erproben. Studierende und Absolvent*nnen schätzen Umfragen zufolge auch das Lernen in engem persönlichen Kontakt ganz besonders.