Sprechstunden und Veranstaltungen

Die nächste Sprechstunde von Herrn Niehr findet statt am Mittwoch, den 7. März, 10-12 Uhr

 


Ausstellung:„es ist was es anderes ist“

Am Sonntagnachmittag, 11. Februar 2018, eröffneten Teilnehmende des KunstContainers und Studierende des Kunsthistorischen Instituts ihre gemeinsam konzipierte Ausstellung „es ist was es anderes ist“ im Osnabrücker StadtGalerieCafé. Den Gästen bot sich eine große Bandbreite an künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten und Inhalten. Sie ist das Resultat eines ergebnisoffenen Projektes zur Etablierung der „Outsider Art“ im Rahmen des Seminars „Forschen am Original“, geleitet von Prof. Dr. Helen Koriath in Kooperation mit Christoph P. Seidel, dem künstlerischen Leiter des KunstContainers, im Wintersemester 2017/2018.

Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Teilnehmenden und Studierenden, geprägt durch intensive Gespräche, konnte nicht nur eine außergewöhnliche Ausstellung entwickelt werden; es sind auch neue Freundschaften entstanden, wie die Künstlerin Eilika Lanfermann betont. Zu sehen sind die Kunstwerke noch bis zum 1. April 2018 während der regulären Öffnungszeiten des Cafés.

 

Aufbau der Ausstellung im StadtGalerieCafé

 

 

Neuerscheinung

Drachenlandung. Ein Hildesheimer Drachen-Aquamanile des 12. Jahrhunderts

Drachenlandung

 

herausgegeben von Gerhard Lutz und Joanna Olchawa, Schnell und Steiner, 2018

 

= „Objekte und Eliten in Hildesheim, 1130 bis 1250“, Bd. 1 und „Patrimonia“, Heft 382

 

 

Niemand hätte auch nur ahnen können, dass eines der ältesten figürlichen Gießgefäße aus Westmitteleuropa von der wissenschaftlichen Forschung gänzlich unbemerkt in Privatbesitz verharrt. Aufgrund des enormen Interesses seitens der Kunstgeschichte an solchen Objekten sowie des hohen, fortwährend steigenden Marktwertes, das vergleichbare Werke erzielen, ist solch ein Fall nahezu ausgeschlossen. Und doch ist solch ein Artefakt in Gestalt eines bronzenen Drachens völlig unerwartet zum Vorschein gekommen.

Das Werk erwarb bei der Versteigerung durch ein internationales Kunstauktionshaus ein anonymer Bieter. Schon äußerte man die Befürchtung, das Werk werde auf dem Kaminsims einer Privatsammlung verstauben und nie wieder zugänglich sein, als sich herausstellte, dass es mit Mitteln der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Stiftung Niedersachsen und der Klosterkammer Hannover für eine öffentliche Sammlung angekauft wurde. Eines der wichtigsten Objekte innerhalb der Gattung der sogenannten Aquamanilien befindet sich jetzt gewissermaßen an dem Ort, an dem es annähernd vor 900 Jahren entstand – im Dommuseum Hildesheim.

Das erworbene Aquamanile ist freilich mehr als nur ein Neuzugang innerhalb der Gattung. Es bereichert mit seinen technischen, formalen und stilistischen Besonderheiten insbesondere die Diskussion um die ersten Produktionszentren der Gießgefäße im Heiligen Römischen Reich. Diesen und weiteren Aspekten widmete sich bereits die Tagung „„Drachenlandung. Ein neu erworbenes Aquamanile des 12. Jahrhunderts im Dommuseum Hildesheim“ im Jahr 2016. Die Beträge von Michael Brandt, Gerhard Lutz, Sara Kuehn, Klaus Niehr, Joanna Olchawa, Uwe Schuchardt, Hiltrud Westermann-Angerhausen und Harald Wolter-von dem Knesebeck sind nun in dem gleichnamigen Tagungsband erschienen.

Für weitere Informationen: https://www.schnell-und-steiner.de/artikel_9005.ahtml
http://www.kulturstiftung.de/produkt/drachenlandung-ein-hildesheimer-drachen-aquamanile-des-12-jahrhunderts-dommuseum-hildesheim/


 

Fachschaftstreffen

Die Fachschaft trifft sich alle zwei Wochen zu einem regelmäßigen Fachschaftstreffen. Jeder Interessierte ist herzlich eingeladen. Das nächste Treffen findet statt am 16.11. um 19:30 Uhr im kunsthistorischen Institut. Für Fragen und Anregungen steht die Fachschaft unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Verfügung. 


 


Stellungnahme zur Entscheidung des Präsidiums, das Kunsthistorische Institut zu schließen

Völlig überraschend hat das Präsidium der Universität Osnabrück am 6. Dezember 2016 die Lehrenden des Kunsthistorischen Instituts und den Dekan des Fachbereichs 1 / Kultur- und Sozialwissenschaften über seine Absicht informiert, das Kunsthistorische Institut 2023/24 zu schließen und den Bachelor- wie den Master-Studiengang Kunstgeschichte einzustellen. Als Begründung für die beabsichtigte Schließung wurde die prekäre Finanzsituation der Universität angeführt. Das Präsidium sieht keine Alternative zu dieser Entscheidung, weil u.a. die Situation in den Naturwissenschaften zu berücksichtigen sei und man dort zusätzliche Mittel einsetzen wolle, um die Attraktivität/und oder Konkurrenzfähigkeit zu steigern. Darüber hinaus verursache die Schließung des Faches, das nicht zu den Lehramtsfächern gehört, die geringsten „Kollateralschäden“ innerhalb der Universität.

Wir halten diese Entscheidung für skandalös und ihre Begründung in hohem Maße für befremdlich. Fachgruppen gegeneinander auszuspielen ist mit einer verantwortungsvollen Hochschulpolitik unvereinbar. Ein erfolgreiches, innerhalb der Universität traditionell und weitverzweigt eingebundenes Fach zu schließen ist ein alarmierendes Signal für andere geisteswissenschaftliche Fächer. Ganz offensichtlich kommt es nicht auf Fakten an. Dies zu vermuten liegt deshalb nahe, weil im Vorfeld falsche Zahlen über das Institut in Umlauf gebracht wurden. Ein derart unfaires Vorgehen zeigt, dass ein bewusst erweckter falscher Eindruck einer Legitimierung der sachlich und inhaltlich unbegründeten Entscheidung dienen soll. Abgesehen davon ist die Universitätsleitung gerade dabei, die Zeichen der Zeit zu verschlafen. Außerhalb Osnabrücks hat man mittlerweile erkannt, dass Kompetenz im Umgang mit Bildern, die Kultur und menschliches Verhalten prägen, von zentraler Bedeutung ist und sein wird. Deshalb baut man an anderen Orten gerade Kunstgeschichte und Bildwissenschaft als unverzichtbare Disziplinen im Spektrum des geisteswissenschaftlichen Fächerkanons weiter aus; im Zukunftskonzept der Universität Osnabrück aber findet diese Entwicklung keine Beachtung.

Wir kritisieren auf Schärfste auch die Informationspolitik des Präsidiums, die allen Regeln eines von Vertrauen geprägten Umgangs miteinander widerspricht. Die Vertreter des Fachs ohne Vorankündigung vor vollendete Tatsache zu stellen, hat im 21. Jahrhundert keinen Platz. Wo Gesprächsverweigerung das Handeln bestimmt und universitäre Einrichtungen zu bloßen Entscheidungsempfängern degradiert werden, ist Universität als eine Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden tot. Wer glaubt, auf diese Weise eine zukunftsorientierte Hochschulpolitik betreiben zu können, hat von moderner Universität nichts verstanden.

Unsere Petition zum Erhalt des Instituts und der Studiengänge ist zu finden unter:

https://www.change.org/p/präsidium-der-universität-osnabrück-für-den-erhalt-des-kunsthistorischen-instituts-an-der-universität-osnabrück?utm_medium=email&utm_source=notification&utm_campaign=signature_receipt&share_context=signature_receipt&recruiter=22546189

Inzwischen sind Protestmaßnahmen gegen die Entscheidung der Universitätsleitung angelaufen. Berichte darüber sind in der lokalen Presse nachzulesen:

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/824186/uni-osnabrueck-schliesst-institut-fuer-kunstgeschichte#gallery&0&0&824186

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/826889/wissenschaftler-kaempfen-fuer-kunstgeschichte-in-osnabrueck

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/830858/uni-streit-eskaliert-kunst-institut-attackiert-praesident

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/835117/uni-osnabrueck-kunstgeschichte-ist-nicht-unverzichtbar-1

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/836791/ulmer-verein-protestiert-fuer-osnabruecker-kunstgeschichte-institut

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/839098/studenten-tragen-osnabruecker-kunstgeschichte-zu-grabe-2#