Kurzbiographie

Studium der Kunstgeschichte; Italienische Literatur und Archäologie in Marburg und Florenz ab 1998; Wissenschaftliches Volontariat bei der Stiftung Museum Kunstpalast in Düsseldorf 2007-2009 sowie freie wissenschaftliche Mitarbeit bei der Stiftung Schloss & Park Benrath, Düsseldorf und bei der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten, Hessen; Promotion 2009 im Fach Kunstgeschichte bei Prof. Dr. Katharina Krause & Prof. Dr. Ulrich Schütte an der Philipps-Universität Marburg; Dissertationsschrift: „Zwischen Steinbruch und Studio: Die Bildhauerwerkstatt von Orazio Marinali und Giacomo Cassetti (1683-1754)“ (2011); im Anschluss an Drucklegung Zwillingsmutterschaft- und Erziehungszeit, 2014 Stipendium der Klassik-Stiftung Weimar, 2017 Herzog-Ernst-Stipendium Forschungszentrum Gotha (Universität Erfurt), gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung & Lehrbeauftragte der Universität Osnabrück im Fach Kunstgeschichte.

 

Post-Doc-Projekt

 

Bildniskonfigurationen – Visuelle Erziehung in höfischen Porträts der Frühen Neuzeit (1500-1800)

 

Bislang konzentrierte sich das Projekt auf ausgewählte Porträts, die „Prinzenerziehung“ (zunächst auf deutschsprachige Höfe begrenzt) thematisieren. Hierbei wurden u.a. in Gotha und Weimar Bildnisse unter Berücksichtigung der Rezeption der Avantures de Télémaque, einem Fürstenspiegel von François Fénelon (1699), in den Blick genommen. Dass Kunstwerke wesentlich von pädagogischen Konzepten geleitet sein können, ist keine Novität. Dass Porträts demonstrativen bzw. repräsentativen Zwecken der „Erziehungsberechtigten“ dienen können und sich dabei auf Erziehungsvorschriften oder Traktate beziehen, wird dagegen selten beachtet bzw. bearbeitet (vgl. Pfisterer 2003, 2014). Diese Lücke will das Post-Doc-Projekt schließen. Anstelle der derzeit beanspruchten aber kaum spezifisch definierten „Porträtkultur“ (Krems/Ruby 2016; Kernbauer 2016) nimmt das Projekt nunmehr „Bildniskonfigurationen“ in den Blick. Der neu gewählte Begriff nimmt auf der Grundlage aktueller Ergebnisse der Porträtforschung Bezug auf das künstlerische Komponieren – das „Figurieren“ im historischen Wortsinn –, erweitert um das Komponieren von und mit Bildnissen im Bezugssystem von Netzwerken und Erziehung. Gemeint sind u.a. auch die Materialität der Bilder (Material Culture) und ihre räumliche Anordnung sowie ihre Betrachtung. Das Projekt wählt aufgrund der hervorragenden Überlieferungslage kontextualisierender Quellen exemplarisch höfische Bildnisse des Hochadels (Habsburg, Stuart, Hannover, Bourbon) zum Ausgangspunkt.

 

Projektförderungen/Stipendien

  • Herzog-Ernst-Stipendium der Fritz Thyssen Stiftung - Universität Erfurt und Forschungsbibliothek Gotha für 2017 (ab April 2017) zur Förderung des Teilprojektes (zum Post-Doc-Projekt) „Prinzen als Telemache. Porträts als erziehungspolitische Stellungnahmen im Sinne des Fenelonschen Erziehungsideals in Gotha und Weimar (zwischen 1741 und 1765)“.
  • Klassik Stiftung Weimar: Förderung des Teilprojektes (zum Post-Doc-Projekt) „Das Prinzenporträt des Carl August von Sachsen-Weimar als erziehungspolitische Stellungnahme (1761)“ (11.2014).
  • Fritz-Thyssen-Stipendium der Franckeschen Stiftungen, Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung: Stipendium für Recherchen zu dem Forschungsprojekt „Die Gärten der Franckeschen Stiftungen“ (10-12.2009).
  • Centro Tedesco di Studi Veneziani: Vorbereitung der Publikation des Dissertationsprojektes (05.2009).
  • Philipps-Universität Marburg: Reisestipendium zur Förderung des Dissertationsprojektes (11.2006).
  • Centro Tedesco di Studi Veneziani: Förderung des Dissertationsprojektes (05.2005- 12.2005).

 

Publikationen

  • Zwischen Steinbruch und Studio: Die Bildhauerwerkstatt von Orazio Marinali und Giacomo Cassetti (1683-1754). Marburg (Tectum) 2011.
  • Zusammen mit Sonja Brink, Kay Heymer, Beat Wismer (Hrsg.): Auf Papier: von Raffael bis Beuys, von Rembrandt bis Trockel; die schönsten Zeichnungen aus dem Museum Kunst Palast; ein Bildhandbuch. Bielefeld (Kerber) 2009.

 

Aufsätze:

  • Bildnis und Porträt in der Frühen Neuzeit: ein Bericht zum Stand der kunsthistorischen Forschung, in: Kunstchronik, 70. Jahrgang, Heft 5, (Mai 2017): 232-240.
  • Unbequemer Gelehrter, eingehegtes Genie? Eine Büste für Gottfried Wilhelm Leibniz im Augusteum der Universität Leipzig, in: Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte. Der Arkadenhof der Universität Wien und die Tradition der Gelehrtenmemoria in Europa. LXIII/LXIV (angenommen, vorauss. Herbst 2017 im Druck).
  • Collecting Fénelon: Images, Imaginations, and Collecting Portraits, in: Christoph Schmitt-Maaß, Stefanie Stockhorst, Doohwan Ahn (Hrsg.): Fénelon in the Enlightenment. Tradition, Adaptations, and Variations. Amsterdam, New York (Rodopi) 2014 (Internationale Forschungen zur Vergleichenden Literaturwissenschaft, Bd. 178).
  • „Blümlein, die der Nachtfrost schloß und beugte“ – Zur Danterezeption im Flower-Book von Edward Burne-Jones, in: Stiftung Schloss und Park Benrath (Hrsg.): Das Flower-Book des Edward Burne-Jones. München (Hirmer) 2010, 120-128.
  • Warum die Wahrheit kein Weib ist: Yinka Shonibares Kunst der postkolonialen Konversation über Fragonard, in: Gabriele Uerscheln (Hrsg.): „Vielleicht ist die Wahrheit ein Weib…“. Frauengestalten des Mythos im Zwielicht. Köln (Dumont) 2009, S. 141-149.
  • Ergriffen fühlt er tief das Ungeheure. Wazlaw Nijinsky im Kostüm von Léon Bakst und Pan in der Wahrnehmung des Betrachters, in: Gabriele Uerscheln (Hrsg.): Der Große Pan ist tot! Pan und das arkadische Personal. Worms (Wernersche Verlagsgesellschaft) 2007, S. 147-156.

 

Vorträge

  • Ein Familienporträt ohne Vater: Johann Zoffany’s „Queen Charlotte with her Two Eldest Sons“ (1764/65) und die Telemach-Rezeption, Vortrag am 5. Mai 2017 im Rahmen der Tagung „Familienbilder I. Menschen und (andere) Tiere“ in Hamburg, veranstaltet als Kooperationsprojekt der Forschungsstelle Naturbilder an der Universität Hamburg (Frank Fehrenbach) und des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München (Ulrich Pfisterer).
  • Prinzen als Telemache, Vortrag am 6. April 2017 im Rahmen des Herzog-Ernst-Stipendiums der Fritz Thyssen Stiftung am Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt (Martin Mulsow, Iris Schröder).
  • Imitation und Arbeitsanweisung in venezianischen Bildhauer- und Architekturzeichnungen um 1700 (Brustolon, Gaspari, Marinali), Vortrag am 18.11.2016 im Rahmen der Tagung „Abbreviaturen, Formeln und Chiffren in der Zeichnung der Frühen Neuzeit“, Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom.
  • Antoine de Jussieu betrachtet ein Stundenbuch von Jean Bourdichon: Verwissenschaftlichung und Ästhetisierung frühneuzeitlicher Pflanzenbilder im 18. Jahrhundert, Vortrag am 24.01.2013 im Rahmen des Kolloquiums „Neue Perspektiven der Wissenschaftsgeschichte“ an der Ludwig-Maximilians-Universität, Fakultät für Geschichts-und Kunstwissenschaften, Historisches Seminar, Wissenschaftsgeschichte, München.
  • „Himmlisches“ Pflanzenreich – schnöde Arbeitswelt [?]. Die Gärten der Franckeschen Stiftungen im 18. Jahrhundert, Vortrag am 15.12.2009 am Interdisziplinären Zentrum für Pietismusforschung der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg in Verbindung mit den Franckeschen Stiftungen zu Halle.
  • Unsichtbare Krankheit – Sichtbarer Befall: Pflanzenstudien und botanische Illustrationen von Cornelia Hesse-Honegger und Regula Dettwiler. Vortrag am 3.09.2009 im Rahmen der interdisziplinären Tagung „Paradies – Akademie – Ökonomie. Garten(t)räume zwischen Kultur und Natur“, Stiftung Schloss und Park Benrath (3.-5.September 2009).

 

Ausstellungen

  • Organisation im Rahmen der Quadriennale 2010: „James Lee Byars The Perfect Axis“ (2010/2011), Ausstellung der Stiftung Schloss & Park Benrath, Düsseldorf.
  • Mitwirkung an „Vielleicht ist die Wahrheit ein Weib… Frauengestalten des Mythos im Zwielicht“ (2009), Ausstellung der Stiftung Schloss & Park Benrath, Düsseldorf.
  • Co-Kuratorin bei: „Auf Papier. Von Raffael bis Beuys, von Rembrandt bis Trockel. Die schönsten Handzeichnungen aus dem museum kunst palast“ (2009), jetzt Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf.
  • Mitwirkung an Ausstellungsprojekten „Pan! Der Große Pan ist tot! Pan und das arkadische Personal“ (2007) und „Auf Leben und Tod – Little Sparta. Der Garten von Ian Hamilton Finlay“ (2006), Ausstellungen der Stiftung Schloss & Park Benrath, Düsseldorf.